iCloud-Fotomediathek: Unterwegs geht nix?

OS X Yosemite 10.10.3 runtergeladen, iOS 8.3 aufs Handy und aufs iPad, iCloud-Mediathek angeworfen, ein bisschen mit dem Sync rumgehampelt, über 1,6 GB Platzbedarf auf dem Pad gewundert – so weit, so schön. Alle Alben aus iPhoto tauchen auch auf den Mobilgeräten auf. Bisschen nervig: Um ein Foto anzugucken, muss ich etwas warten, bis es von der optimierten, schwachbrüstigen Darstellung das Foto geladen hat. Erkennt man daran, dass rechts unten eine Art Ladebalken in Uhrform sich füllt.

Nun aber: Mit dem iPhone und 3G in die weite Welt hinaus. Weiterlesen

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Gefühlte Repräsentationskrise

„Hier kommen verschiedene Faktoren zusammen: Das Netzzeitalter ist das Zeitalter der gefühlten Repräsentationskrise. Man kann nun eigene Bestätigungsmilieus gründen, sich in eine spezielle Wirklichkeit hineingoogeln, und dann die Frage stellen: Woran liegt das eigentlich, dass das, was ich denke und das, was scheinbar die vielen anderen denken, dass das gar nicht in der Heimatzeitung meines Vertrauens oder in der großen Qualitätszeitung aus München oder aus Frankfurt vorkommt.“

Bernhard Pörksen, aus:

http://www.deutschlandradiokultur.de/luegenpresse-und-co-warum-die-medien-am-pranger-stehen.976.de.mhtml?dram:article_id=313496

Kaum bin ich weg…

Das, Google, nehm ich Dir übel. Wie lange habe ich darauf gewartet, dass sich der exzellente Google-Kalender und meine geliebten Apple-Devices besser verstehen als sie es taten. Google hat mit seiner merkwürdigen Verwaltung mehrerer Kalender so seine Spezialitäten, die Macs möchten eh nicht so gern, dass der Kunde was anderes nutzt als Äpfel, und schon hampelt man mit unglaublichen Synchronisierungskrücken und Vertretungsfunktionen rum. 

Das feine  Calendars 5 machte das Leben schon deutlich angenehmer. Inzwischen habe ich beschlossen, den Google-Kalender aufzugeben und ganz auf iCal und Co. umzusteigen. Weil in der iPhone-App die Monatsansicht mit ihren nichtssagenden grauen Punkten aber eine echte Zumutung ist, nutze ich auf dem Fon weiter Calendars 5, jetzt eben synchronisiert mit iCal. Auf dem iPad Mini ist die native Apfel-App völlig in Ordnung.

Alles eingerichtet, alles prima – da kommt Google mit der Kalender-App für iOS um die Ecke, auf die ich sehnsüchtigst gewartet habe. Hilft nix, ich werd sie ausprobieren müssen.

Stringent schräg

„Herr Kamioka hat sich immer grundsätzlich zum Ensembletheater bekannt. Erst aus seinem Spielplan entstand die Erkenntnis, dass er mit einem Ensemble nicht zu machen ist.“ So vielfältig sei dieser Opernspielplan nämlich, dass man dafür ganz verschiedene Stimmfächer brauche, und ein Ensemble mit 30 Leuten könne sich Wuppertal eben nicht leisten.

So lautet in den Worten des Wuppertaler Oberbürgermeisters Peter Jung die Erklärung für all das, was während des vergangenen Jahres rund um das Wuppertaler Musiktheater geschah, und in ähnlichen Worten hangelten sich während der heutigen Sondersitzung des Kulturausschusses zu den Wuppertaler Bühnen auch der designierte Intendant Toshiyuki Kamioka und Kulturdezernent Matthias Nocke an diesem Argumentationsseil entlang.

Zwar hatten die Mitglieder des jetzigen Ensembles bereits im Juli 2013 erfahren, dass Kamioka kein Ensemble wünsche und ihre Verträge nicht verlängert werden, zu einer Zeit also, als nach den Worten des Oberbürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzenden die Stücke für Kamiokas erstes Intendanzjahr noch gar nicht bekannt waren, aber mit lästigen Details mochten sich Jung, Kamioka, Nocke und Bühnen-Geschäftsführer Enno Schaarwächter heute nicht recht abgeben. Fragen der Sachkundigen Bürgerin (und bis Ende Juni Sopranistin der Wuppertaler Bühnen) Elena Fink (CDU) wie die nach der Verpflichtung zur Einhaltung des Normalvertrags Bühne im Überleitungsvertrag zur Bühnen-GmbH gingen nach dem Geschmack des Podiums auch viel zu weit in tarifliche Details.

Herr Kamioka will zum A-Orchester ein A-Theater, das dazu notwendige Ensemble können wir nicht bezahlen, Herr Kamioka will keine künstlerischen Kompromisse eingehen. Beide Intendanten werden sich an ihrem Erfolg messen lassen müssen. So lautet die Sprachregelung. Ansonsten scheinen die Mitglieder des Kulturausschusses tatsächlich daran zu glauben, dass Kamiokas vorgebliche Vision wahr werden könnte: Wenn er in etwa drei Jahren ein Repertoire aufgebaut und festgestellt habe, welche Art von Oper das Wuppertaler Publikum möge, könne man im entsprechenden Fach ja wieder Sänger anstellen.

Die unermüdliche Ingrid Pfeiffer (FDP) bemängelte große Fehler der Öffentlichkeitsarbeit des vergangenen Jahres und riss damit den Kulturdezernenten zur einzigen Einlassung außerhalb der Sprachregelung hin: Die Kommunikation, sagte Matthias Nocke, sei alles andere als glücklich verlaufen und es tue ihm sehr leid, wenn möglicherweise dem Theater und der Kunst dadurch Schaden zugefügt worden sei.

 

Ist das Kunst oder kann das in die Asservatenkammer?

Ziemlich ruppig geht das Tageszeitungs-Feuilleton gerade mit der „Evidence“-Ausstellung (Evidence = Beleg, Beweismittel, Indiz) des chinesischen Künstlers Ai Weiwei in Berlin um. Cornelius Tittel in der „Welt“ missfällt die Selbstinszenierung des Künstlers als Märtyrer und es mangelt ihm in der Schau an künstlerischem Gehalt. Hanno Rauterberg in der „Zeit“ findet Ais politische Aussagen „auf wohlgeformte Weise anständig“, versucht einen Anlauf zur Differenzierung und landet dann doch beim vernichtenden Urteil „Dissidentenfolklore“.

Ich habe die Ausstellung nicht gesehen, aber natürlich hilft es sicher beim Verstehen der Werke im Gropius-Bau, wenn man weiß, dass die verbogenen Moniereisen aus den mies gebauten Schulen in Sichuan stammt, in deren Trümmern im Jahre 2008 Tausende ums Leben kamen. Ai engagierte sich für die Opfer, wurde bedroht, zusammengeschlagen, fast drei Monate lang eingesperrt, steht ständig unter Beobachtung. Wie sollte er sich nicht mit dem Verhältnis des Einzelnen zum Staat auseinandersetzen? Und sind eine Oper von Monteverdi oder ein Gemälde von Monet denn wirklich unmittelbar ohne jedes Wissen über ihren Kontext verständlich?

Ja, der Sohn des Dichters Ai Qing ist wohl der Deutschen Lieblingschinese. Muss man ihm das zum Vorwurf machen? Ist seine Kritik am politischen System der Volksrepublik für die Deutschen denn wirklich so bequem? Oder unterschätzt man hierzulande, wie Kia Vahland in der „Süddeutschen“ meint, den künstlerischen Sprengstoff für das müde, überwachte Europa? Der Marmor-Nachbau einer Überwachungskamera scheint mir deutlich mehr Sprachen zu sprechen als nur Chinesisch.