Die dicken drei B nochmal

Ich weiß, ich wiederhol mich, aber es hilft nix. Ich hab ja dieser Tage schon mal geschwärmt von der Bratscherin Barbara Buntrock und dem Festival 3B, das sie in dieser Woche zum zweiten Mal in Wuppertal veranstaltet hat.

Das Problem damit ist: Ich habe maßlos untertrieben. Was ich da heute auf der Bühne in der Immanuelskirche gesehen und gehört habe, war ohne jede Übertreibung Weltklasse. Die Musikerfreunde, die Frau Buntrock nach Wuppertal bringt, sind zwischen 20 und 30 Jahre alt und machen gerade internationale Bühnenkarriere als Solisten. Die Lektüre der Lebensläufe macht einen schon schwindelig, die Qualität des Dargebotenen erst recht.

David Pia, um nur ein Beispiel zu nennen, trat schon als Duopartner von Bobby Mc Ferrin mit dem Münchner Rundfunkorchester auf. Die Entdeckung für mich heute Abend war Geigerin Alexandra Soumm, Anfang 20 und ein gigantisches Talent. Über Kit Armstrong schreibe ich erst gar nichts. Ich maße mir nicht an, irgendetwas über jemanden zu sagen, der im Alter von sieben Jahren Mathe an der Uni studiert.

Ja. Solche Leute spielen eine Woche lang in Wuppertal-Oberbarmen in der Immanuelskirche. Wenn man den Schock überwunden hat, hilft nur: Hingehen. Am 28. Oktober gibt es noch eine Chance. Und wenn Frau Buntrock uns dieses Fest nochmal schenkt, renn ich da jeden Tag hin.

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Frau Buntrock, Heimatliebe und die drei „B“

Als ich noch bei der Zeitung arbeitete, war Barbara Buntrock ein hübsches, dunkelhaariges Mädchen mit Geige, das mir mindestens jährlich in Gestalt einer Pressemitteilung auf den Tisch flatterte. Dann nämlich, wenn sie wieder mal „Jugend musiziert“ gewonnen hatte. Den Bundeswettbewerb, wohlverstanden. Dann schrieb ich eine Meldung und freute mich immer sehr, weil ich Mutter (Cellistin) und Vater (Geigenbauer) flüchtig kannte und auch das Mädchen mit der Geige ein paar Mal hatte spielen hören.

Inzwischen ist Barbara Buntrock an die 30 und hat ein paar weitere ziemlich aufregende Dinge getan. Viola studiert, beispielsweise, ein Jahr an der Juillard School gelernt oder als 1. Solo-Bratscherin beim Leipziger Gewandhausorchester gearbeitet. Immer wieder was zum Freuen.

Vollends begeistert bin ich aber darüber, dass diese tolle Musikerin nun schon im zweiten Jahr einen Arm voll Kollegen in ihre Heimatstadt schleppt und dort ein Festival für Kammermusik veranstaltet. Eine Woche, 13 Musiker, 264 Saiten. Der Pianist Kit Armstrong ist dabei, der Cellist David Pia und das Leipziger Streichquartett, in dem Barbara Buntrock gelegentlich die 2. Viola spielt und das just heute Abend mit dem Vokalensemble Amarcord einen Echo Klassik bekommen hat. Viele gute Gründe, vom 22. Oktober an in die Immanuelskiche in Wuppertal-Oberbarmen zu fahren.

Benannt ist das Festival 3B übrigens nach „Bach, Beethoven, Brahms“, wie sich das gehört. Könnte meinetwegen aber auch „Barbara Buntrock, Bratsche“ heißen.

http://www.festival-3b.de/

Auch keine Ahnung…

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…hab ich übrigens von Jazz. Aber meist erkenne ich gute Musik, wenn ich sie höre. Im Skulpturenpark Waldfrieden spielten heute Bobby Stern (sax), Philippe Catherine (git), Jasper van’t Hof (piano), Dieter Ilg (bass) und Aldo Romano John Marshall (dr) ihre einmalige Hommage an den Weggefährten Charlie Mariano nicht gut, sondern exzellent. Beglückend.

Sonntag könnt ich…

…, wenn ich nicht sowieso schon Karten für das Charlie-Mariano-Tribute-Dings im Skulpturenpark hätte, auch noch zu den „Trockenblumen“ ins Rex gehen, die ich längst schon gucken wollte, und dann kriegte ich noch ein Angebot für ne Karte für die Premiere der beiden Einakter von Zemlinsky und Puccini, was einen angesichts der Güte von Johannes Weigands Inszenierungen sehr in Versuchung bringen kann. Zumal ich nun wirklich kein Jazz-Fan bin, aber – Jasper van t’Hof, meine Herrschaften! Ich habe noch mindestens zwei Pili-Pili-CDs hier stehen, und es waren mal noch mehr. Live gehört habe ich die auch alle Naslang in der Börse, der alten. Mit Izaline Calister als Sängerin und Tony Lakatos am Saxophon. Und dem grandiosen Bassisten Frank Itt, und das mit den Namen klappte jetzt alles ohne Nachgucken, heißa.

Überhaupt werde ich für all das zu müde sein, denn Samstag Nacht übernehmen die DJs die neue Galerie im Kolkmannhaus bei MA1.2